Geräteaufbau & Funkarchitektur¶
Rollenverteilung¶
| Teil | Rolle | Im Heimnetz sichtbar |
|---|---|---|
| Innen-Basis / Gong (SVD-C02) | Netzteilnehmer, Gong, Zugangspunkt für die Außeneinheit, einziger HAP-Endpunkt | ja — eine Adresse, eine MAC |
| Außeneinheit | Kamera, Mikrofon, Lautsprecher, Klingeltaster, Bewegungssensor | nein — keine eigene Adresse im Heimnetz |
Die Außeneinheit ist über das Heimnetz nicht adressierbar. Jeder Zugriff auf Bild, Ton oder Ereignisse läuft über die Basis.
Der geräteeigene Zugangspunkt¶
Die Basis spannt einen zweiten, nicht angekündigten WLAN-Zugangspunkt auf, über den sich ausschließlich die Außeneinheit verbindet. Das ist Bauart und kein Fehlverhalten — ohne ihn erreicht die Außeneinheit ihre Basis nicht.
| Merkmal | Beobachtung |
|---|---|
| MAC-Adresse | die Geräte-MAC mit gesetztem Locally Administered Bit — die übliche Ableitung für einen geräteeigenen Zugangspunkt |
| Betriebsart | regulärer 802.11 b/g/n-Zugangspunkt |
| Verschlüsselung | WPA2 |
| Beacon-Intervall | 100 ms |
| SSID | leer (nicht angekündigt) |
| Kanal | immer der Kanal des eigenen Uplinks |
Der Kanal folgt dem Uplink. Wird der Heim-Zugangspunkt auf einen anderen 2,4-GHz-Kanal gelegt, zieht der geräteeigene Zugangspunkt mit; die Verbindung der Außeneinheit bleibt dabei ununterbrochen. Ein Funkteil kann nicht gleichzeitig auf zwei Kanälen arbeiten — der Repeater-Link und der Uplink teilen sich daher zwingend denselben Kanal.
Funklast: jedes Bild belegt den Kanal zweimal
Weil Repeater-Link und Uplink auf demselben Kanal liegen, wird jedes übertragene Videobild zweimal über denselben Kanal gesendet: einmal Außeneinheit → Basis, einmal Basis → Heim-Zugangspunkt. Ein dauerhaft laufender HD-Stream erzeugt dadurch eine erhebliche, gut messbare Kanalbelegung. Wer die Funklast eines Standorts beurteilt, muss diesen Faktor zwei einrechnen.
Häufige Aussagen im Abgleich mit der Messung¶
| Aussage | Befund |
|---|---|
| „Das Gerät nutzt ein proprietäres Funkprotokoll." | trifft nicht zu — regulärer WPA2-gesicherter 802.11-Link |
| „Der Gong verbindet sich ins 5-GHz-Netz, Band-Steering stört." | nicht anwendbar, wenn die genutzte SSID reines 2,4 GHz ist |
| „Das Gerät verbindet sich im Minutentakt neu." | am untersuchten Gerät nicht bestätigt — beobachtet wurden mehrtägige Verbindungsdauern bei rund zwei Adressvergaben pro Tag |
| „Ein eigenes 2,4-GHz-Netz und ein fester Kanal helfen." | plausibel und hier so betrieben; ein eigener Effekt wurde nicht isoliert gemessen |
Ein nicht angekündigter Zugangspunkt auf dem eigenen Kanal kann bei der Funkanalyse als Fremdsender missdeutet werden. Vor einer Störersuche lohnt der Abgleich der MAC gegen die Geräte-MAC der Basis.
Offene Ports der Basis¶
Portscan der Innen-Basis im lokalen Netz:
| Port | Dienst (erwartet) | Zustand |
|---|---|---|
| 80, 443 | HTTP/HTTPS | geschlossen |
| 554 | RTSP | geschlossen |
| 3702 | WS-Discovery (ONVIF) | geschlossen |
| 8000, 8080, 8554 | verbreitete Kamera-Alternativports | geschlossen |
| variabel | HomeKit Accessory Protocol | offen |
Es gibt keinen RTSP- oder ONVIF-Weg. Integrationen, die einen solchen Strom erwarten, lassen sich an diesem Gerät nicht anbinden; der einzige lokale Zugang ist HAP.
Der HAP-Port ist nicht stabil — und sein Wechsel legt das ganze Gerät lahm
Der Port des HomeKit-Dienstes wechselt: beobachtet über Neustarts und Neukopplungen hinweg, an einem Tag viermal auf jeweils einen anderen Wert. Er darf deshalb nicht fest verdrahtet werden.
Die praktische Folge ist größer, als sie klingt. Weil HAP der einzige lokale Zugang ist, fällt mit ihm nicht nur das Videobild aus, sondern auch das Klingelereignis — der Tastendruck erreicht eine Steuerung, die ihn über HAP erwartet, gar nicht mehr. Der Gong des Geräts läutet weiter, weil er geräteintern ist; alles, was von außen daran hängt, schweigt. Wer den Fehler sucht, sieht ein Gerät, das auf Ping antwortet und trotzdem nichts tut.
Verlässlich ist die Ermittlung über die mDNS-/Bonjour-Bekanntmachung des Accessories. Steuerungen mit eigener Zeroconf-Auflösung finden den neuen Port selbst; Komponenten mit fest eingetragener Adresse bleiben hängen und protokollieren nur endlose Verbindungsversuche.
Verbindung zu Herstellerdiensten¶
Im Normalbetrieb hält das Gerät Verbindungen zu Diensten des Herstellers. Erhoben über die Auflösungsprotokolle des eigenen DNS-Resolvers über einen repräsentativen Zeitraum, nach Häufigkeit geordnet:
| Ziel | Anteil | Funktion (erschlossen) |
|---|---|---|
coap-ger.aqara.com |
ca. 82 % | dauerhafter Steuerkanal |
p2p2-ger.aqara.com, p2p3-ger.aqara.com |
je ca. 7 % | Vermittlung für Fernzugriff |
Objektspeicher eines Drittanbieters (*.myqcloud.com) |
ca. 4 % | Firmware-Abbilder und App-Medien |
Die verbreitete Annahme „lokal und cloudfrei" trifft nicht zu
Das Gerät ist über HomeKit lokal nutzbar, arbeitet aber nicht cloudfrei: Der Steuerkanal zum Hersteller besteht dauerhaft. Wer den Verkehr einschränken möchte, steht damit nicht vor der Frage „Cloud an oder aus", sondern muss entscheiden, welche Zielbereiche er zulässt. Ein vollständiges Sperren wurde hier nicht erprobt; Auswirkungen auf Kopplung, Firmware-Aktualisierung und App-Funktionen sind daher unbekannt.
Die Zuordnung der Funktionen ist aus Namen, Häufigkeit und Zeitverhalten erschlossen, nicht aus einer Herstellerangabe belegt. Die Inhalte der Verbindungen wurden nicht untersucht.